16.04.10
(Mainz, 15. April 2010, voi) Auf der Hannover Messe, der größten Industriemesse der Welt, präsentiert die Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 19. bis zum 23. April am Gemeinschaftsstand „Forschung und Technologie aus Rheinland-Pfalz“ zwei aktuelle Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen Biologie und Materialwissenschaften. Die Hochschule ist mit den beiden Projekten „Die synthetische Nase – Künstliche Membranen in der Sensorik“ und „Neue Magnetsensoren“ am Stand C48 in Halle 2 vertreten.
Die synthetische Nase – Künstliche Membranen in der Sensorik
Mit dem Verständnis der natürlichen Proteinbiosynthese eröffnet sich der Zugang zu einer der komplexesten Protein-Familien: den Membranproteinen. Die Arbeitsgruppe um Professorin Dr. Eva K. Sinner vom Institut für Molekulare Biophysik der Universität Mainz und vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung versucht mittels eines innovativen Ansatzes, Membranproteine durch In-vitro-Synthese herzustellen und direkt in synthetische Membranen zu integrieren. Dabei imitieren Membranarchitekturen aus Kunststoff den Aufbau biologischer Phospholipid-Membranen. In Kooperation mit dem Institut für Mikrotechnik Mainz (IMM) transferiert die Gruppe die biologisch inspirierte Synthese von Membranproteinen in ein mikrofluidisches System. Mittels elektrochemischer Detektion können so auch angewandte wissenschaftliche Fragestellungen wie die des Liganden-Screenings in der Pharmaforschung und der Sensorik in der Umweltanalytik adressiert werden.
Die Möglichkeiten, die sich aus dieser Technologie ergeben, werden auf der Hannover Messe am Beispiel von Geruchsrezeptoren aus der Nase präsentiert, die in einer Polymermatrix hergestellt und anschließend stabilisiert werden. In diesem Versuchssystem können beispielsweise Untersuchungsmethoden und Verfahren eingesetzt werden, die zu einer Zerstörung der natürlichen empfindlichen Geruchsrezeptoren führen könnten. In der Anwendungsperspektive kann eine Stabilisierung von Proteinen aus der Natur der Entwicklung neuer Sensorplattformen dienen.
Neue Magnetsensoren
Auf dem Gebiet der magnetischen Mikro- und Nanotechnologien wurden in der Vergangenheit wichtige Arbeiten zur Umsetzung der universitären Grundlagenarbeiten in industrielle Produkte (AMR- und GMR-Sensoren) durchgeführt. Im Rahmen des Verbundprojekts „Multimag“ wird derzeit ein XMR-Baukastensystem entwickelt, das eine schnelle Umsetzung der neuen Forschungsergebnisse, insbesondere der TMR-Technologie, in industrielle Produkte ermöglicht. Mit dem auf der Hannover Messe ausgestellten Demonstrator zeigt die Arbeitsgruppe um Professorin Dr. Claudia Felser und die Graduiertenschule der Exzellenz „Materials Science in Mainz“ (MAINZ) die verschiedenen Arten von GMR-Sensoren, die bisher für die Längen- und Abstandsmessung eingesetzt werden.
Kontakt und Informationen:
Dr. Wolfgang Stille
Stabsstelle Forschung und Technologietransfer
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-26866
E-Mail: stille@uni-mainz.de
http://www.uni-mainz.de/forschung/